In Dun-Edin ging nicht mehr viel, schnell Blog hochladen und ich bin inzwischen Besitzer eines Kapodasters für meine geliebte Gitarre. Ohne größere Umwege ging es an den Moeraki Beach. Dort liegen gewaltige, bis zu mehreren Tonnen schwere Steinkugeln am Strand rum, die einen Durchmesser von fast 3 Metern erreichen. Ein angespültes Kälbchen lag auch da rum.
Kalksalze kristallisierten sich vor vielen Millionen Jahren am Meeresgrund um feste Kerne. Der Meeresboden hob sich und die Brandung wusch sie frei.
Weiter ging es dann nach Oamaru, der Whitestone-Stadt. Hier wird seit zig Jahren weißer Kalkstein abgebaut und daraus die super aussehenden Gebäude der Innenstadt errichtet. Wir fuhren hier her, weil es ein beliebtes Gebiet für blaue Pinguine und Gelbaugenpinguine ist, und die wollten wir sehen. Zuerst ging es zu den gelben, die kommen früher an Land als die blauen. Leider durfte man nicht an den Strand aber von einer Beobachtungsplattform konnten wir sie auch gut beobachten. Einer kam auch den steilen Hang bis hoch.
Danach ging es zu den Blue Pinguins, doch jetz kommt wieder die habgierigkeit mancher Leute zum Vorschein. “Komm, wir nehmen Geld dafür, dann werden wir reich, weil alle die Viecher sehen wollen und dafür auch Geld bezahlen würden!” Nicht mit uns, nein, nicht mit uns. Angepisst fuhren wir ein paar Kilometer zurück zu der “All Day Bay” und nächtigten an dieser schönen Bucht.
Am nächsten Morgen fuhren wir landeinwärts, vorbei an herrlichen türkiesblauen Seen und mehreren Staudämmen zum Mt. Cook Village. Von dort ging eine Schotterstraße zum Tasman Glacier und dem dazugehörigen mausgrauen See. Vom Gletscher war nicht viel zu sehen, auf dem See allerdings befanden sich abgebrochene Eisbrocken, was sehr spektakulär aussah.
Zurück und erneut vorbei am Lake Pukaki ging es zum Rastplatz bei Twizel, mit Feuerstelle und was logischerweise dazu verlockt Feuer zu machen. Jedenfalls Beatle, der Pfadfindervorsitzende in unserem Team, lässt sich sowas nicht zweimal sagen.
Der nächste Morgen war kalt und verschneit! Also wieder ab Richtung Ostküste. Einzige Sehenswürdigkeit auf diesem Weg war die “Church of the Good Shepherd” am Lake Tekapo, der größte der drei von Gletschern geschaffene Seen im MacKenzie Hochland.
Einst erbaut für die Schafhirten dieser Region.
In Timaru, einer schönen 28000 Mann Stadt an der Ostküste, parkten wir Rolf an der Caroline Bay und gingen durch Park und City schlendern. Abends nach dem Abendbrot gings zum Skatepark, Beatle wollte sich noch ein bisschen austoben. Als er fertig war nahm ich mir das Rollbrett auch mal vor und siehe da, der “360° Hop On Bonebreaker” war meine neue Erfindung (Ist nichts für Anfänger!!!).
Im Peel Forrest Scenic Reserve wartete die Acland Falls auf uns. Circa eine Stunde waren wir insgesamt unterwegs und siehe da, ein kleiner, niedlicher Wasserfall floss die Felsen hinab.
Bis, und in Ashburton war auch nicht viel los, das sagte selbst die Frau aus der Info. Die Zeit mussten wir uns trotzdem vertreiben und fuhren an den steinigen Strand und tranken erstmal nen Kaffee. Beatle las Buch und ich spielte auf meiner Gitarre. Gepennt haben wir im Park in Ashburton und das war es auch schon für diesen Tag.
Earthquake City wir kommen. Bis nach Christchurch führte uns eine lange, lange Straße ziemlich geradeaus über die längste Brücke von Neuseeland (nicht spektakulär). Mir kam es ein bissl vor wie in Australien, wo man das Lenkrad nur festhalten musste. In Chch angekommen dachten wir: “Und hier war vor gut zwei Wochen ein Erdbeben?” Außer hier und da noch ein paar Löcher in den Häusern, gesperrte Straßen und nem evakuiertem Westpac Gebäude war schon alles, wortwörtlich, wieder im Lot.
Eine der Hauptattraktionen von Christchurch, die Christchurch Cathedral am Cathedral Square, hat keine größeren Schäden abbekommen.
Beide Bilder aus der Manchester Street, hier hat es anscheinend am meisten gerappelt.
Wir guckten uns die City an und kamen an einem Markt vorbei, schlenderten drüber und sahen “Bavarian Highlights”. Eine deutsche Bratwurstbude und das ließen wir uns natürlich nicht nehmen. Aber bis der Hunger eintrat, tranken wir erstmal im benachbartem Biergarten ein kühles blondes. So nun war es soweit, schmeckt die wirklich wie in Deutschland und ist der Typ in der Bude auch ein Deutscher? Ja, war er und was für einer. Aus Erfurt stammt er und wie es der Zufall wider so will, sein Onkel kommt aus Beuren und war Pfarrer in Heiligenstadt. Man schonwieder so ein Beispiel für “Klein ist die Welt”. Das beste war aber, er wollte noch nicht einmal versuchen, seinen ostdeutschen Dialekt im englischen nicht zu benutzen, klasse.
Wir bestellte uns jeder eine Bratwurst mit Senf und den Sauerkraut gab er und gratis dazu. Super, einfach nur richtig lecker. (Gerade wo ich es schreibe, läuft mir das Wasser im Mund zusammen.) Mutter, du brauchst uns keine Bratwürste mehr schicken, wir wissen jetz wo wir hingehen können.
Und da so ein deutscher Stand auch die deutschen Kunden anzog, standen wir kurze Zeit später nicht mehr alleine da und wussten gar nicht mehr, dass wir in Neuseeland sind. Eine Kölnerin, zwei Frankfurterinnen, eine Berlinerin, hier und da ein paar deutsche Familien und zwei Kumpel, die den Bratwurstfachverkäufer wohl schon gut kannten. Nach der Plauderrunde sagten wir noch zum Budenbesitzer, dessen Name wir noch rausfinden wollen: “Tschüss und bis nächsten Sonntag!” Da pfiff er uns noch kurz zurück und sagte: “Kommt her, ich hab da noch ‘n Züttel mit Leberwurst für euch, das hab ich heut Mittag mal ausprobiert!” “Boah krass, Leberwurst!” waren unsere ersten Worte. Natürlich wussten wir jetz, was es zum Abendbrot gab und man, die war ein Gedicht, besser noch, endlich mal wieder vernünftige Wurst.
Nach einem chilligen Morgen im Park ging es auf die Banks Penisula Halbinsel, vorbei am Lyttleton Habour und schönen Buchten, machten wir erstmal Rast an der Pigeon Bay. Danach fuhren wir weiter zum 600 Seelen Ort Akaroa mit seinem schönen Naturhafen.
Schöner Blick auf den Akaroa Harbour.
Wir vertrieben uns die Zeit mit Kaffee trinken und fuhren gegen 4 Uhr wieder nach Christchurch in den am Strand gelegenen Vorort Sumner. Da machten wir uns lecker Bratkartoffeln mit Ei und Gemüse und gingen zu Bett.
The Metallica 6.1 Aftershock
Heut war es endlich soweit. Das Ereignis, auf das wir so lange gewartet haben, uns deswegen noch so lange auf der Nordinsel die Zeit vertreiben mussten, uns mit Ticketek wegen der Karten rumärgern mussten, es war soweit. Alles vergessen, Metallica kann kommen!
Wir parkten Rolf schon am Morgen auf dem Parkplatz vor der CBS Canterbury Arena, um uns quasi einen Platz zu sichern. Bis es dann soweit war, gingen wir los Richtung City und auf einmal fing es an zu schneien! Was ist denn jetz los? Am Morgen (vor ca. 2 Stunden) war noch ein wolkenfreier Himmel zu sehen und jetz schneit es. Als wir zurück bei Rolf waren, gabs erstmal ein Bier und später dann gebratene Kartoffelbrei-Gemüse Klöße. Gut gestärkt ging es um 18 Uhr rein und am Merchandise Stand kauften wir uns jeder ein T-Shirt für 50$, das war es uns wert, wir sehen Metallica mit Sicherheit nur einmal in Christchurch. Drei Vorbands waren für den Abend angesagt. Tainted, Metal aus Anti-Christ(church), so formulierte es ein Fan
, dann Sword, True Metal aus Texas und danach ein echter Kracher, Fear Factory, einfach nur geil. Um 9pm kamen die Götter auf die Bühne und legten einen klasse Auftritt hin, mit grandioser Bühnenshow, Lasertechnik, Flammen, usw.
Es war der Wahnsinn!
James, fucking, Hetfield!!!!
Beim letzten Lied, Seek and Distroy, gings nochmal ab.
Ein Lied widmeten sie auch Jeany, der Frau, die das Video in YouTube hochgeladen hatte, in dem sie Metallica bat, nach Christchurch zu kommen. Das hat sie dann auch verdient, oder nicht?!
Nach einer zweistündigen genialen Show war es rum, doch irgendwas fehlte. Normalerweise ist es ja kein Thema sich bei Konzerten seinen Weg nach vorne zu boxen, hier war aber in der Mitte ein Zaun, komplett durch die Halle. Man konnte also in die erste Reihe nur, wenn man das richtige Ticket hatte… Schade drum. Hinten stehen war noch nie unser Ding…
But anyway, es war geil und hat sich auf jeden Fall gelohnt. Als wir anschließend raus gingen schneite es schonwieder, Hallo?!, es ist Frühling und quasi ende April, wenn man es so will! Naja, nach einem Bier und etlichen Diskusionen mit den Kiwis, die von uns heimgefahren werden wollten (die waren sogar so dreist und setzten sich einfach hinten rein), hauten wir uns hin und schliefen erstmal aus.
Den nächsten Tag war klar kommen angesagt. Also nichts besonderes passiert. Library, Christchurch Cathedral besteigen, duschen. Später fuhren wir noch nach New Brighton zum 300 Meter langem Pier, gammelten rum und fuhren zu einem nah gelegenen Rastplatz am Strand. Dort gabs lecker Wurst mit Ei und später dann das Bett.
(written by M.T.)